Mittwoch, 9. Mai 2012

das seltsame Mai-PR-Update

Ich möchte nochmal auf das kürzlich stattgefundene PR-Update eingehen und einige Beobachtungen mitteilen.

1. bei fast allen Projekten wurden die Unterseiten so hoch bewertet, wie nie vorher, teilweise höher als die Startseite trotz mageren Inhaltes.
mögliche Folgerung: Die interne Verlinkung hat einen höheren Stellenwert erhalten, verbunden mit einer Relevanzbewertung der Unterseiten zum Homepagethema. Wäre schlecht für Gemischtwaren-Blogs, die Links oder Artikelplätze zu jedem Thema offerieren.

2. Neue Projekte mit nur wenigen Backlinks gingen auf 3 oder 4. Bei mir hat es selbst Satellitenblogs bei blogspot.com geadelt, die nur 3 oder 4 Second-Level-Links haben.
mögliche Folgerung: kann mir keinen Reim drauf machen, Gießkannenprinzip?

3. Aus Lerngründen betreibe ich ein Autoblog (also ein automatisches) bei einem amerikanischen Freehoster. Ebenfalls aus Testgründen habe ich das Ding mit Schrottlinks regelrecht beballert und nur 3 oder 4 brauchbare Links von meinen Satelliten gesetzt. PR blieb bei n/a
Mögliche Folgerung: Google hat die Schrottlinks zwar nicht gewertet, wohl aber registriert und sauer reagiert. Oder b: Google merkt, daß es ein Autoblog ist, daß sich seinen Content zusammenklaut. Oder c: Weil das noch mehr dort machen, ist die ganze Freehost-Domain gebrandmarkt - aber das sollte ja dann mit blogger oder wordpress.com auch so sein.
Fakt ist - das Blog ist nicht aus dem Index geflogen. Zum Ranken war es nie gedacht, es rankt auch nicht - nur unter seiner URL

4. und vielleicht wichtigstes Merkmal: meine Hauptseiten haben Backlinks von amerikanischen Zeitschriftenartikeln bekommen, fette 5er, 6er und 7er - alle dofollow und low OBL (also keine gespammten Artikel) aber themenfremd. Die Auswirkung auf den PR war nicht sichtbar. 3=>3
Mögliche Folgerung: Nicht nur für die SERPs, sondern auch für den PR wird nun die inhaltliche Relevanz der Backlinks herangezogen. Damit hätte Google einen Coup im Kampf gegen den Linkhandel auf PR-Basis gelandet. Die WMT zeigen die Links sehr wohl an, also sind sie bei Big Brother "registriert".

Ich bin gespannt, ob Ihr weitere ungewöhnliche Beobachtungen gemacht habt.

Dienstag, 8. Mai 2012

Marsching, Palmer, Leif - Journalismus fast auf Augenhöhe

Der Großkampftag in NRW rückt näher und noch immer dominiert das Piratenphänomen die talkende Fernsehlandschaft. Nach dem stilfreinen Auftritt von Pirat Ponader im Anschluß an die Landtagswahl in Schleswig-Holstein habe ich heute mit einer gewissen Freude die Talkrunde um Thomas Leif, leider nur zum Teil, da ich zu lange dem privaten Hirngrill-TV frönte, wirklich genossen. - Blöd über eine Sendung zu bloggen, die man nur zum Teil verfolgt hat - aber nichtsdestotrotz: das was ich gesehen habe, hat mir wieder etwas Mut gemacht, daß die Piraten doch mehr sind, als ein chaotisches Sammelsurium mit Charme, wie es der Untertitel der Sendung vermuten ließ.
Auffällig insbesondere der respektvoll entspannte Meinungsaustausch zwischen dem durchaus sympathischen Boris Palmer von den Bündnisgrünen (dabei bin ich bekennender Grünenphobist) und seinem Talkpartner Michele Marsching, dem Piratenhäuptling von NRW. Gegensätzliche Meinungen wurden hier besprochen, nicht überbrüllt - beide Jungpolitiker machten in meinen Augen eine gute Figur.
Talkmaster Thomas Leif konnte sich natürlich die provokanten Fragen nicht verkneifen und das ist ja auch gut so - allerdings verfiel er (zumindest in "meiner" Sendezeit") nicht auf die Mandras der notorischen Piratengegner, sondern hinterfragte die Funktionsfähigkeit der Piratenstrukturen in der Entscheidungsfindung und Positionierung der Partei - hier ließ Marsching einige Korrekturwünsche durchblicken, die ich der PP auch gern in meiner politischen Laienhaftigkeit hinter die Ohren schreiben würde - weg vom "jeder muß jeden fragen" hin zum "wer was vom Thema versteht, soll und kann mitentscheiden". - in meinen Augen ein wichtiger Schritt nach vorn, der den basisdemokratischen Ansatz dennoch nicht verwässert.
Ich bin ja immer noch kein Piratenwähler, verfolge jedoch mit Neugier und Freude ihren Weg und ihre Entwicklung von der bunten Truppe hin zu einer entscheidungsfähigen Partei. Aus diesem Grund wünsche ich den NRW-Piraten nächste Woche auch ein gutes Ergebnis - mit Marsching haben sie, glaube ich, den richtigen Mann am Steuerrad.

Freitag, 4. Mai 2012

Johannes Ponader bei ntv - Souverän, aber blutleer

Vorgestern Marina Weisband - gestern abend Amtsnachfolger Ponader im Kreuzfeuer. Die Unterschiede zwischen den Interviews waren so gravierend, daß ich noch einen Beitrag auf diesem Blog nachlege.
Als Nichtpirat war mir der neue politische Geschäftsführer überhaupt kein Begriff, während ich Frau Weisband schon von verschiedenen Medienauftritten kannte und schätze.
Kennzeichnend für das ntv-Format 'bei Brender' war insbesondere der viel respektvollere Umgang von Moderator und Studiogästen mit dem "Delinquenten". Natürlich war nicht zu vermeiden, daß bereits in den Eröffnungsfragen dem Zuschauer Einzelheiten über Ponaders sexuelle Vorlieben präsentiert werden sollten, in manchen Dingen sind Journalisten einfach alle gleich - erfrischend, wie souverän Herr Ponader dieses Thema zurecht vom Tisch wischte. Die nächsten Fragen hatten jedoch politische und organisationsbezogene Inhalte und unterschieden sich damit im Niveau wesentlich von den Fragen der Laienspieltruppe um Lanz zwei Tage vorher. Natürlich und zurecht wurden Programmpunkte und vor allem Programmlücken hinterfragt. Ponaders Auskünfte dazu waren zwar auch für meinen Geschmack nicht immer befriedigend (ich bin ja auch kein Pirat) - aber er hat in diesem Interview geschafft, was Frau Weisband 2 Tage zuvor verwehrt war: Ponader konnte den (zweifellos intelligenteren) Fragestellern nahebringen, dass der Ansatz der Piraten in der politischen Arbeit ein völlig anderer, eben ein basisdemokratischer ist. Das Verständnis dafür fehlt in der heutigen journalistischen und politischen Landschaft einfach und das macht es den Piraten so schwer, ihre Standpunkte und Methoden in der öffentlichen Debatte an die öffentlichen Medien zu bringen. Allein die Tatsache, daß Piratenkapitäne und Steuermänner keine Chef- und Meinungsposten innehaben, ist für Journalisten kaum zu begreifen - nicht zuletzt, weil es auch die Angriffsfläche nimmt, einzelne Personen politisch oder öffentlich fertigzumachen.

Interessant der Einwurf des Moderators, daß elektronische Basisbefragungen den zeitlichen Rahmen einer Sendung sprengen. Hier konnte ich mir nur im Stillen denken: Gewöhnt Euch dran - die Piraten werden sich nicht anpassen, also passt Eure Formate an. Aber auch dieser Einwurf zeigt, daß das Verständnis der Arbeitsmethode der Piratenpartei einfach nicht in den Köpfen verarbeitet werden will. Für altgediente Politikberichterstatter muß das in etwa so sein, wie wenn mir jemand Quantenphysik beibringen wöllte: Mein Hirn faßt es nicht, weil es sich außerhalb meines Erfahrungshorizontes bewegt. Diesen Spagat zwischen eigenem Selbstverständnis und journalistischer Empirie der Frager hat Ponader hervorragend hinbekommen, ich als Zuschauer hatte den Eindruck, daß alle Anwesenden am Ende der Sendung die Funktionsweise einer Piratenpartei verstanden haben. Das allein war die Sendung schon wert.

Kritisch betrachte ich jedoch die programmbezogenen Aussagen Herrn Ponaders. Hier blieben Antworten, die ein Wähler mit ernsthaften politischen Willen erwartet, auf der Strecke. Oder andersrum gesagt: Bei allen basisdemokratischen Funktionalitäten - wenn die Piraten nicht endlich in vielen Punkten programmatisch aus dem Quark kommen, wird der frische Wind in der Parteienlandschaft beizeiten aufhören, zu pusten. Und mich als Wähler interessiert nicht, ob man sich zum Politikerboykott der EM beschließt, sondern schlüssige Konzepte zur Finanzpolitik, zur Innenpolitik, zur Wirtschafts- und Außenpolitik, eingebettet in den europäisch-politischen Kontext mit Schnittstellen zu Finanzwirtschaft, Militär und Sozialwesen. Und die möchte ich in ihrer Endfassung lesen, bevor ich mein Kreuz mache, und zwar soweit vorher, daß mir auch Zeit bleibt, es ohne Wahl-o-Mat mit den Konzepten der anderen Parteien zu vergleichen. Ich wähle Regierungen und keine Berufsopposition, also erwarte ich Regierungsfähigkeit. Das heißt für die Piraten: Raus aus den Hängematten und alle Mann (und Frau) durcharbeiten, die Zeit wird schneller knapp, als erwartet.

Donnerstag, 3. Mai 2012

Page Rank Update Mai 2012 oder Toolbar-Schluckauf

Soeben stelle ich fest, daß sich auf einigen meiner Projekte der PR in der Toolbar verändert hat, auch dieses Blog ist von PR2 auf PR3 gestiegen... Allerdings ist den einschlägigen Foren noch gar nichts zu lesen. Vielleicht ja nur ein Fehler? Aber wo? Wie auch immer, solange der Potenzbalken steigt, soll es mir recht sein :)

Mittwoch, 2. Mai 2012

Lanz, Marina Weisband und die Merkbefreiten

Eigentlich schau ich ja ganz gern mal zum Einschlafen Lanzens Laberrunde an, aber was er und seine zweckmäßig ausgewählten Gäste sich am gestrigen Abend geleistet haben, widersetzt sich meinem gesunden Verständnis von journalistischer Arbeit. Ziel der Sendung war es, Marina Weisband, nunmehr Basismitglied der Piraten, zu diskreditieren und öffentlich zum Affen zu machen. Leider ist das zumindest beim denkenden Zuschauer nicht gelungen und dürfte ganz gewaltig nach hinten losgegangen sein. Schnell schossen sich der Moderator und seine Schergen auf das angeblich von den Piraten propagierte Recht auf Raubkopien ein. OK, man kann ja mal fragen so als Journalist. Aber was dann abging, war bar jeden journalistischen Anspruches, denn es wurde JEDE, aber auch JEDE Richtigstellung seitens Frau Weisband übergangen, überplappert und ignoriert, nur um die nächste vorbereitete Spitze nachschießen zu können, um die Piraten weiter in die kriminelle Ecke zu schieben. Frau Weisband kämpfte gegen die Windmühlen der absoluten Borniertheit mit bemerkenswerter Ruhe. Das Recht, dieser Spinnertruppe im Rundschlag paar Ohrfeigen zu verpassen, damit die Antworten auf deren Fragen auch mal mit der nötigen Aufmerksamkeit gehört werden, hätte ich ihr in diesem Moment nicht absprechen wollen. Es ist kein Geheimnis, daß in Deutschland zumindest die massenwirksamen Medien gleichgeschaltet sind und den Auftrag verfolgen, die Interessen der Filzparteien und des Kapitals beim Wahlvieh gegen Gebühr zu vertreten, aber wenn dieses Ansinnen so offensichtlich umgesetzt wird, daß auch piratenkritischen Menschen wie mir ob der Art und Weise übel wird, dann braucht sich niemand über den anhaltenden Zulauf zu wundern. Der beste Gag war es übrigens, eine gespachtelte und gespannte Frau Berghoff aus der Versenkung zu holen, um sie den ewigen Spruch von der inhaltslosen und programmlosen Piratenpartei runterleiern zu lassen - sodann widmete sich Lanz bei ihr den Dingen, die das Volk zu interessieren haben, nämlich Berghoffs Liebesleben. An dieser Stelle Dank an Lanz: Er hat überdeutlich gezeigt, welchen Auftrag die massenkompatible Journaille verfolgt und sich selber bloßgestellt. Dank auch an Frau Weisband für Durchhaltevermögen in mitten von Scheißhausparolen und vorbereiteter Ignoranz. Wer Nerven hat, kann sich den Unfug hier gern noch einmal zu Gemüte führen: Markus-Lanz-vom-1.-Mai-2012